Dienstplanung Schritt für Schritt
Vom Wunschplan über den Soll-Plan zum freigegebenen Ist-Dienstplan
Stand: 01.08.2026
Ziel: Einen regelbasierten und praxistauglichen Dienstplan aus Touren, Mitarbeiterverträgen, Verfügbarkeiten und Wünschen erzeugen und Änderungen nachvollziehbar im Ist abbilden.
Das Drei-Stufen-Modell
| Stufe | Bedeutung |
|---|---|
| Wunschplan | Wünsche, Abwesenheiten und bevorzugte Touren sammeln; für Mitarbeiter noch kein veröffentlichter Dienstplan |
| Soll-Plan | Vom Algorithmus erzeugter und manuell bearbeitbarer Plan auf Basis von Touren, Verträgen und Regeln |
| Ist-Plan | Freigegebener Plan; für Mitarbeiter sichtbar und Grundlage für laufende Änderungen sowie Soll-Ist-Vergleich |
Schritt 1: Mitarbeiterdaten vollständig vorbereiten
- Unter Mitarbeiter die gewünschte Person öffnen.
- Im Reiter Arbeitsvertrag prüfen, ob ein aktuell gültiger Vertrag hinterlegt ist.
- Arbeitsstätte beziehungsweise Standort zuordnen.
- Vertragliche Wochenstunden, Arbeitstage pro Woche und Urlaubsanspruch erfassen.
- Im Reiter Arbeitszeiten die verfügbaren Zeitfenster je Wochentag hinterlegen.
- Im Reiter Touren-Präferenzen bevorzugte beziehungsweise nicht gewünschte Touren pflegen.
- Im Reiter Abwesenheit Urlaub, Krankheit und weitere Abwesenheiten vollständig erfassen.
- In der Mitarbeiterübersicht Zeitkonto, Urlaubstage, Krankheitstage, nächste Einsätze und Lizenzstatus auf Plausibilität prüfen.
Achtung: Ohne Vertrag, Arbeitsstätte oder Wochenstunden kann der Algorithmus den Mitarbeiter nicht verlässlich einplanen.
Schritt 2: Standort und Touren bereitstellen
- Prüfen, ob für den Standort alle benötigten Touren angelegt sind.
- Tourzeiten kontrollieren, weil diese als Soll-Arbeitszeit in den Dienstplan einfließen.
- Fehlende Touren zuerst in der Tourenverwaltung ergänzen.
Hinweis: In Careville sind Dienst und Tour dasselbe Planungsobjekt. Dadurch entfällt eine zusätzliche Zuordnungsstufe.
Schritt 3: Planungsmonat im Wunschplan öffnen
- Unter Dienste die Dienstplanung öffnen.
- Team beziehungsweise Standort und Planungsmonat auswählen.
- Sicherstellen, dass die Planungsstufe Wunschplan aktiv ist.
- Über die Hilfe die Farbbedeutungen für Urlaub, Kind krank, Elternzeit, Sonderurlaub, unbezahlten Urlaub und Freizeitausgleich prüfen.
Schritt 4: Abwesenheiten und Wünsche erfassen
- Über die App eingereichte Urlaubsanträge und Wunschfrei prüfen.
- Wünsche annehmen, ablehnen oder bei der Planung lediglich berücksichtigen.
- Bevorzugte Touren oder Gegenschichten als Wunsch eintragen.
- Frei aus Überstunden als eigene Abwesenheitsart verwenden, wenn dies betrieblich vorgesehen ist.
Hinweis: Ein Wunsch ist noch keine Zusage. Ob er erfüllt wird, hängt von Besetzung, Regeln und gewählter Gewichtung ab.
Schritt 5: Generierungsoptionen einstellen
- Generierungsoptionen öffnen.
- Festlegen, wie stark Mitarbeiterwünsche berücksichtigt werden sollen, beispielsweise gering oder hoch.
- Mindest- und Höchstlänge zusammenhängender Arbeitsblöcke prüfen.
- Hinterlegte Wochenend- beziehungsweise Schichtrhythmen berücksichtigen.
- Tourenpräferenzen und individuelle Einschränkungen der Mitarbeiter kontrollieren.
Typische Optionen sind:
| Option | Bedeutung |
|---|---|
| Wünsche berücksichtigen | Legt fest, wie stark Mitarbeiterwünsche bei der automatischen Planung berücksichtigt werden. |
| Faire Stundenverteilung | Steuert, ob die geplanten Stunden möglichst gleichmäßig verteilt werden. |
| Vollzeitkräfte zuerst auslasten | Priorisiert Vollzeitkräfte, bevor Teilzeitkräfte stärker eingeplant werden. |
| Tour-Kontinuität | Bevorzugt, dass Mitarbeitende möglichst regelmäßig dieselben Touren oder Kunden übernehmen. |
| Zusammenhängende Arbeitsblöcke | Fördert zusammenhängende Arbeitstage statt vieler einzelner Einsätze. |
| Touren-Präferenzen gewichten | Berücksichtigt hinterlegte Touren-Zuordnungen oder Präferenzen stärker oder schwächer. |
| Bevorzugte Blocklänge min./max. Tage | Definiert, wie kurz oder lang zusammenhängende Arbeitsblöcke bevorzugt sein sollen. |
Die Einstellung Standard entspricht der normalen Gewichtung des Systems.
Achtung: Eine sehr hohe Wunschgewichtung kann dazu führen, dass nicht alle Touren sinnvoll besetzt werden. Die gesetzlichen Vorgaben bleiben Bestandteil der Generierung, ersetzen aber nicht die abschließende fachliche Kontrolle.
Schritt 6: Soll-Plan automatisch generieren
- Aus dem Wunschplan den Sollplan generieren.
- Careville verteilt die vorhandenen Touren unter Berücksichtigung von Verträgen, Verfügbarkeiten, Wünschen, Präferenzen, Vormonat und gesetzlichen Regeln. Ergebnis vollständig laden lassen und anschließend offene beziehungsweise ungewöhnliche Zuweisungen prüfen.
Schritt 7: Soll-Plan manuell nacharbeiten
- Unplausible Sprünge oder Schichtfolgen direkt im Sollplan korrigieren.
- Unbesetzte Touren über die Tourenübersicht identifizieren.
- In der Tourenübersicht am unteren Bildschirmrand prüfen, wie viele Besetzungen je Tour und Tag benötigt werden und ob der Status Alle Touren besetzt angezeigt wird.
- Wochenendrhythmus, zusammenhängende Arbeitstage und Stundenverteilung prüfen.
- Vollzeit- und Teilzeitstunden bewusst steuern und eine realistische Reserve für Ausfälle lassen.
- Erst nach vollständiger Kontrolle zur Freigabe wechseln.
Schritt 8: Auswertung prüfen
- Die Ansicht Auswertung aktivieren.
- Je Mitarbeiter Sollstunden, geplante Stunden und die Stundenabweichung prüfen.
- Prozentanzeige und Bewertung wie zu wenig, fair oder zu viel kontrollieren.
- Die Balkendarstellung verwenden, um eine ungleichmäßige Verteilung über den Monat zu erkennen.
- Auffällige Über- oder Unterplanungen vor der Freigabe korrigieren.
Hinweis: Eine vollständige Tourenbesetzung bedeutet nicht automatisch eine ausgewogene Stundenverteilung. Beide Prüfungen sind erforderlich.
Schritt 9: Dienstplan freigeben
- Freigeben wählen.
- Der Sollplan wird zum Ist-Plan.
- Ab diesem Zeitpunkt sehen Mitarbeiter ihren eigenen Dienstplan auf dem Mobilgerät.
- Bei Bedarf kann der Ist-Plan zusätzlich gedruckt werden.
Hinweis: Vor der Freigabe können Planungsverantwortliche im Wunsch- und Sollplan arbeiten, ohne dass unfertige Zwischenstände bei den Mitarbeitern erscheinen.
Schritt 10: Plan vor Monatsbeginn zurücksetzen
- Wurde der Ist-Plan zu früh veröffentlicht, kann er vor Beginn des Planungsmonats wieder auf den Sollplan zurückgesetzt werden.
- Bei Bedarf kann auch der Sollplan auf den Wunschplan zurückgesetzt werden.
- Änderungen vornehmen, erneut prüfen und wieder freigeben.
Achtung: Sobald der Monat begonnen hat, wird nicht mehr in frühere Planungsstufen zurückgeplant. Änderungen erfolgen dann ausschließlich im Ist-Plan.
Schritt 11: Ausfälle und Änderungen im Ist planen
- Aktuellen Monat im Ist-Plan öffnen.
- Krankheitsbedingten oder sonstigen Ausfall dokumentieren.
- Über die Tourenübersicht die dadurch unbesetzte Tour finden.
- Tour einem verfügbaren Mitarbeiter zuweisen.
- Sollplan einblenden und Abweichung zwischen Soll und Ist kontrollieren.
- Mit der Maus über eine Änderung fahren, um die Bearbeitung nachzuvollziehen.
Schritt 12: Stunden und Tourzeiten regelmäßig abgleichen
- Sollstunden aus Dienstplan und vertraglichen Wochenstunden vergleichen.
- Tatsächliche Zeiten aus Touren und Zeiterfassung gegen den Sollplan prüfen.
- Wiederkehrende Plus- oder Minusstunden auf unrealistische Tourzeiten untersuchen.
- Tourzeiten mindestens monatlich korrigieren und den nächsten Sollplan damit verbessern.
Verwaltungs- und Bürozeiten
Aktueller Stand: Büro- oder Verwaltungszeiten können zum Stand 01.08.2026 über eine leere beziehungsweise als Blocker genutzte Tour dargestellt werden. Dieses Vorgehen schafft Übersicht, enthält aber keine Kundenbesuche und ist noch keine eigenständige Verwaltungsdienst-Funktion.
Typische Fehlerquellen
- Mitarbeiter werden ohne Vertrag, Arbeitsstätte oder Wochenstunden in die Generierung einbezogen.
- Tourzeiten sind veraltet und verfälschen dadurch die Sollstunden.
- Wünsche werden wie verbindliche Zusagen behandelt.
- Der Sollplan wird freigegeben, obwohl Touren unbesetzt oder Stunden auffällig sind.
- Der Status Alle Touren besetzt wird mit einer ausgewogenen Mitarbeiterauslastung verwechselt.
- Nach Monatsbeginn wird versucht, den Plan zurückzusetzen, statt Änderungen im Ist vorzunehmen.
- Soll-Ist-Abweichungen werden nicht zur Verbesserung der Tour- und Dienstzeiten genutzt.
Merksatz: Wunsch sammeln, Soll prüfen, Ist freigeben – der Mensch behält die Verantwortung.